Ertragsrückgang bei der shifting cultivation im tropischen Regenwald

Da das System der shifting cultivation nicht konsequent durchgeführt wird, müssen die Bauern, die diese Art der Landwirtschaft betreiben, mit zunehmenden Ertragsabfällen leben. Nachdem ein Bauer eine Regenwaldfläche zwecks landwirtschaftlicher Nutzung durch Brandrodung „anbaufähig“ gemacht hat, bleiben dem Bauern nur drei Jahre um dort seine Kulturpflanzen anzubauen und zu ernten. Schon innerhalb dieser Periode sinkt der Ertrag von ursprünglich 100% auf etwa 50% ab. Bei der Erdnuss (Kongo, Zentralafrika) sind es sogar weniger als 20%. Dies liegt zum einen an den klimatischen Bedingungen, zum anderen aber – und das ist weitaus entscheidender – an dem Nährstoffverlust des Bodens. Durch die vorübergehende Ascheschicht unmittelbar nach der Brandrodung war der Boden noch sehr nährstoffreich, durch starke Regenschauer erodiert die Nährstoffdecke jedoch und den Pflanzen werden nicht genügend Nährstoffe zugeführt. Dies führt letztendlich zum Absterben des Bodens und zu einem beträchtlichen Rückgang des Ertrages.

Damit sich die geschädigte Fläche wieder regenerieren kann, weicht der Bauer für etwa 20 Jahre auf andere Feld aus (→shifting away). Dies wird solange fortgeführt, bis er wieder an dem ersten Feld, welches sich in der Zwischenzeit vollständig regeneriert hat, angelangt ist. Um den Ertragsabfällen in den ersten Anbaujahren jedoch entgegenzuwirken ziehen es die meisten Bauern vor, schon nach dem ersten oder zweiten Anbaujahr parallel zu dem ersten Feld ein zweites zu bewirtschaften.

Dieser Idealweg der shifting cultivation wurde jedoch in den letzten Jahren nicht gegangen, da die Bevölkerung rapide zunimmt und damit auch der Nahrungsbedarf steigt. Der Anbau auf mehreren Feldern gleichzeitig reichte also nicht mehr aus, um etwas gegen die hohen Ertragsabfälle zu tun. Deshalb griff man bereits nach wenigen Jahren wieder auf noch nicht vollständig regenerierte (also bereits vorher genutzte) Felder zurück und baute dort erneut an. Die Bodenqualität dieser Anbauflächen ist allerdings im ersten Jahr schon so schlecht, dass der Ertrag noch stärker absinkt.

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