Bodennutzung im tropischen Regenwald

Im tropischen Regenwald bestehen mehrere Möglichkeiten der Bodennutzung. So herrschen neben der Förderung von Rohstoffen wie Eisenerz und der Energiegewinnung mithilfe von Staudämmen zwei wesentliche Systeme in der Landwirtschaft vor. Diese beiden Systeme lassen sich zunächst in einen traditionellen und einen modernen Sektor unterteilen.

Im traditionellen Sektor wird mit hohem Arbeitsaufwand eine Subsistenzwirtschaft aufrecht erhalten, die vor allem dazu dient, die eigene Familie zu ernähren. Sie wird in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben angewendet und ist in den unterentwickelten tropischen Ländern dieser Erde am häufigsten vertreten. Vereinzelt erwirtschaften diese Familienbetriebe auch geringe Überschüsse, allerdings nur in geringem Maße, so dass sie damit nur wenig Geld verdienen.
Die am häufigsten praktizierte Methode der Nutzung innerhalb dieser Betriebe ist das System der so genannten shifting cultivation (auch innertropischer Wanderfeldbau oder Landwechselwirtschaft genannt). Dabei werden natürliche Regenwaldflächen abgebrannt, damit dort Nutzpflanzen angebaut werden können. Durch die Brandrodung und die dadurch resultierende Ascheschicht erhält der Boden kurzzeitig viele Nährstoffe. Allerdings hält der Nährstoffanteil im Boden nur für wenige Jahre an. Danach muss sich der Bauer, der shifting cultivation betreibt, neue Rodeflächen suchen, die meist weiter von seinem Wohnhaus entfernt sind, so dass er und seine Familie in die Nähe der neuen Ackerfläche umziehen müssen. Die Erschließung neuer Rodeflächen bezeichnet man als shifting away. Zwar benötigt eine brandgerodete Regenwaldfläche ca. 7-16 Jahre um sich vollständig zu regenerieren, d. h. ihren ursprünglichen Nährstoffgehalt wieder aufzubauen, jedoch werden heutzutage bereits gerodete Fläche noch innerhalb dieses Zeitraums erneut gerodet. Zu welchen Problemen dies führen kann, wird an anderer Stelle noch näher erläutert.
Das System der shifting cultivation wird im Idealfall jedenfalls so weit fortgeführt, bis der Bauer wieder an seiner ersten Ackerfläche, die sich zwischenzeitlich regeneriert hat, angelangt ist und diese wieder roden und anschließend bebauen kann.

Der moderne Sektor beruht im Wesentlichen auf der Plantagenwirtschaft (bereits im 16. Jh. von Europäern in der Karibik gegründet) und anderen agrarischen Großbetrieben. Sie ist im Gegensatz zur Subsistenzwirtschaft extrem weltmarktorientiert und wird zudem mit einer großen Kapitalgrundlage betrieben (unter Einsatz von Fremdkapital). Moderne technologische Produktions- und Abbauverfahren und der Einsatz von vielen Arbeitskräften ermöglichen hohe Gewinne bei geringer Arbeitszeit.
Plantagen sind auf eine oder mehrere einzelne hochwertige Exportprodukte wie Früchte oder Rohstoffe spezialisiert, die für den Weltmarkt bestimmt sind. Besonders bevorzugt werden mehrjährige Nutzpflanzen oder Dauerkulturen wie Kaffee, Kakao, Tee, Sisal, Kautschuk, Zuckerrohr oder Bananen.
Heutzutage sind es größtenteils ausländische Firmen, die in tropischen Ländern Plantagenwirtschaft betreiben.

Wie bereits bekannt sein dürfte, tragen Monokulturen zur Verarmung des Bodens bei. Warum ist aber trotz der Dauerkulturen ein relativ gleichmäßiger Ertrag möglich? Die Antwort auf diese Frage hängt eng mit dem Nährstoffkreislauf im tropischen Regenwald zusammen. Forscher haben herausgefunden, dass auch im Wurzelsystem der Dauerkulturen auf Plantagen verschiedene Arten von Mykorrhizen vorkommen, die die Nährstoffe im Boden herausfiltern und an die Pflanzen abgeben können.

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