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Schule > DeutschRomane > "Effi Briest" (Theodor Fontane): Gründe für F...   

  "Effi Briest" (Theodor Fontane): Gründe für Fontanes Motive Vorausdeutung und Symbolik   

Verfasst von Oliver Kuna am 13.12.2000
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Theodor Fontane verwendet in seinem Roman Effi Briest häufig das erzählerische Mittel der Vorausdeutung. Diese werden entweder durch die Gespräche zwischen den Romanfiguren gemacht oder durch Symbole, wie Gegenstände oder Landschaften. Jedoch macht nie der Erzähler selbst Vorausdeutungen, alles, was sich später bewahrheitet, sind Vermutungen oder teils bewusste, teils unbewusste Kommentare der Personen.

Dass Fontane den Erzähler bei Vorausdeutungen eher in den Hintergrund stellt, scheint verschiedene Gründe zu haben. Dadurch erreicht er nämlich, dass der Leser sich stärker mit den Charakteren auseinander setzt und somit selbst mitdenken muss. Die Vorausdeutungen selbst sind nämlich teilweise recht unscheinbar und sind nicht auf Anhieb als solche zu erkennen. Ein Beispiel ist das Motiv des Schaukelns. Schon auf der ersten Seite des Buches wird Effis Lieblingsspielzeug, die Schaukel, erwähnt (S. 1, Z. 22). Sie taucht später noch mehrmals auf und zwar auch in variierter Form, wie bei dem Frühstück mit Innstetten auf der Veranda (S. 102-106). Effi sitzt dort in einem Schaukelstuhl und macht die erste Begegnung mit Crampas, weshalb diese Szene eine wichtige Schlüsselszene ist. Interessant ist dabei, dass Fontane das Schaukelmotiv verwendet, welches eine symbolische Art der Vorausdeutung für Effis Charakter und späteres Handeln ist (sie steht nämlich im Gegensatz zur allgemeinen Gesellschaftsordnung = "Schaukeln").

Die Gründe Fontanes für ein derart geschicktes Einbringen von Vorausdeutungen und Symbolen sind nicht nur, eine bessere und stärkere Identifikation des Lesers mit den Figuren zu bewirken, sondern auch, Glaubwürdigkeit zu erzielen. Mehrfach wiederholte und vorausdeutende Sachverhalte klingen glaubwürdig, besonders dann, wenn sie von mehreren Personen erwähnt oder akzeptiert werden, wie z. B. die mehrfache Feststellung, dass Effi nicht zu Innstetten passt (durch die Mutter, Gieshübler und Crampas). Gleichzeitig erzeugt Fontane mit diesem Mittel Spannung, da der Leser ja immer nur ansatzweise etwas von dem erfährt, was später einmal eintreffen soll. Diese absichtlich ausgelassenen Details, die der Leser aber unbedingt erfahren möchte, erscheinen erst zum Schluss, wenn das vorausgedeutete Ereignis eintrifft (z. B. Crampas Duell oder Effis Tod).

Abschließend ist zu sagen, dass diese beiden Hauptfaktoren, also Spannung erzeugen und Identifikation mit den Romanfiguren, zusammen genommen ein geschickt gewähltes erzählerisches Mittel darstellen, welches beim Lesen großes Interesse weckt und fordert.

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