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Schule > GeschichteFranzösische Revolution > Die Zeit nach dem Wiener Kongress   

  Die Zeit nach dem Wiener Kongress  

Verfasst von Oliver Kuna am 01.01.2001

Nachdem auf dem Wiener Kongress (1814-1815) die damaligen Mächte Österreich-Ungarn, Preußen, England, Russland und Frankreich tagten und ihre Prinzipien (Restauration, Legitimität und Solidarität) bekundeten, gab es im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts innerhalb der Grenzen kein ausgeprägtes Nationalgefühl unter der Bevölkerung. Hauptsächlich lag dies wohl daran, dass sich zwar 38 deutsche Staaten (Fürstentümer) 1815 zum Deutschen Bund zusammengeschlossen hatten, jedoch immer noch durch Zollgrenzen voneinander abgetrennt waren. Auf dem Frankfurter Bundestag trafen sich die Vertreter des Deutschen Bundes, um ihr gemeinsames Vorgehen gegen die Revolutionäre zu koordinieren; bei der Koordinierung von Anti-Revolutionsmaßnahmen blieb es aber auch - eine engere (politische) Zusammenarbeit zwischen den deutschen Kleinstaaten fand zu diesem Zeitpunkt noch nicht statt.



Das Volk erkannte, dass die Hoffnung auf eine baldige deutsche Einheit reichlich illusorisch war und frönte daher lieber privaten Interessen auf der Suche nach Ruhe und Frieden. Diese Haltung bezeichnete man zeitgenössisch als Biedermeier (1815-1848), der auch für politisches Desinteresse innerhalb des Großteils der Bevölkerung steht.



Doch nicht jeder Bürger war politisch uninteressiert. Vorreiter im Verbreiten von revolutionären Ideen waren Teile der Studenten, auch gefolgt von ihren Professoren. Sie organisierten sich in Burschenschaften (1. Burschenschaft an der Jenaer Universität, nach 1815), die für Freiheit und den Geist des Vaterlandes eintraten. Ihre Signalfarben waren schwarz-rot-gold, die Farben der heutigen deutschen Nationalflagge. Die erste öffentliche Studentendemonstration war das Wartburger Fest (18.10.1817), auf dem ca. 500 Studenten ein freies geeintes Deutschland forderten.



Im August 1819 ermordete ein radikaler Student, Karl Sand, den konservativen Schriftsteller August von Kotzebue, was den österreichischen Staatskanzler (und damit politischen Machthaber Österreichs) Fürst Metternich auf den Plan rief. Dieser führte mit den Karlsbader Beschlüssen (1819) die Überwachung von Wort und Schrift in Universitäten ein und ließ bei Druckerzeugnissen aller Art eine Zensur vornehmen, um die Verbreitung revolutionärer Gedanken zu verhindern. In diesem Zusammenhang sei auch die Demagogenverfolgung erwähnt, bei der (hauptsächlich gebildete) Leute, die verdächtigt wurden, revolutionär zu denken und zu handeln, vom Staat verhaftet wurden oder unter schärfster Beobachtung standen.

Im Heiligen Bund schlossen sich der russische Zar, der König von Preußen sowie der Kaiser Österreichs zusammen (wieder unter Berufung auf die Legitimierung durch Gott). Ihr erklärtes Ziel war es, hart gegen Revolutionäre vorzugehen und gleichzeitig den Weltfrieden (zumindest den Frieden innerhalb Europas) zu sichern. Interventionen Österreichs in Kriege 1821/22 (u. a. auf der Seite der Türken) wurden mit der Berufung auf Friedenssicherung begründet.



England befürchtete zu dieser Zeit, Frankreich könne wieder eine Vormachtstellung erlangen und strebte deshalb stets nach der "balance of powers", der gleichgewichtigen Mächteverteilung.



Während innerhalb der deutschen Teilstaaten immer mehr Nationalisten ihr Recht auf politische Mitbestimmung und auf eine deutsche Einheit geltend machen wollten, wurden vergleichbare Gedanken in Österreich sofort im Kern erstickt (sofern diese überhaupt aufkamen). Für Österreich als Vielvölkerstaat war es nämlich schier unmöglich, Nationalinteressen im eigenen Land durchgehen zu lassen, ohne dabei mögliche Auseinandersetzungen verhindern zu können.

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