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Schule > DeutschRomane > "Effi Briest" (Theodor Fontane): Übungsklausu...   

  "Effi Briest" (Theodor Fontane): Übungsklausur  

Verfasst von Oliver Kuna am 01.01.2001
Besucher-Urteil: Note 2,0 (Skala: 1-6)
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2.)
Fontane ist der Meinung, dass er den Ehebruch zwar nicht direkt, aber dafür klar dargestellt hat. Die drei Crampas-Briefe an Effi Briest und ihr Brief an Crampas würden "doch alles sagen".

Intime Szenen hat Fontane natürlich nicht beschrieben, da so etwas zur damaligen Zeit gleich als anstößig empfunden worden wäre. Zudem bleibt auch fraglich, ob sich derartige Szenen überhaupt abgespielt haben bzw. im Sinne Fontanes abgespielt haben sollen. Dies wäre jedoch auch gar nicht notwendig gewesen, denn wenn man von den Ereignissen, die vor dem Briefwechsel stattfanden, ausgeht, ist schon eine Art versteckte Beziehung zwischen Crampas und Effi erkennbar.

Allein schon die Szene, in der sich Effi und Crampas zum ersten Mal begegnen, konstruiert Fontane so, dass Crampas gleich das Verführerbild zugesprochen bekommt (vgl. S. 103, Z. 42 - S. 104, Z. 1: "...als ob irgendein Don Juan oder Herzensbrecher gesprochen hätte...Aber kommt da nicht Crampas?"). Effi und Crampas kommen gleich ins Gespräch; auf den folgenden Ausritten, die anfangs noch mit Innstetten zusammen stattfinden, zeigt Effi sich von Crampas Handlungen beeindruckt. Crampas, immer höflich und galant zu Effi, macht ihr natürlich durchweg Komplimente - die beiden entwickeln zunächst eine Art freundschaftliche Beziehung.

Sie sprechen sogar bei einem ihrer zahlreichen Strandnachmittage ohne Innstetten (dieser ist nämlich aus beruflichen Gründen verreist) offen über eine mögliche Liebeserklärung (vgl. S. 114, Z. 27-36: "Ich glaube wirklich Major, Sie hielten es für ganz in Ordnung, wenn ich Ihnen eine Liebeserklärung machte. - So weit möchte ich nicht gerade gehen. Aber ich möchte den sehen, der sich dergleichen nicht wünschte.").

Die Szene mit dem angeblich direkten Ehebruch, also als Crampas Effi(s Hand) küsst, während sie alleine in einer Kutsche sitzen (S. 136, Z. 30-34: "...Dann nahm er ihre Hand und löste ihre Finger [...] und überdeckte sie mit heißen Küssen."), ist zweideutig. Hier zeigt sich nämlich doch eine Unklarheit, die aber von Fontane beabsichtigt ist - küsst Crampas Effi oder nur ihre Hand? Wie auch immer, der Ehebruch zeigt sich schon viel früher, denn die gemeinsamen Ausritte ohne Innstetten waren mehr als nur freundschaftlich.

Effis Abschiedsbrief an Crampas belegt schließlich relativ eindeutig, dass die beiden eine Beziehung miteinander hatten; Formulierungen wie "alle Schuld ist bei mir" oder "Vergessen Sie das Geschehene, vergessen Sie mich" sagen "doch alles", wie Fontane schon richtig bemerkte.

3.)
Die Schülering glaubt, dass Fontane den Ehebruch nicht richtig beschrieben hat und alles sehr verwirrend ist. Wenn man Fontanes Erzähltechnik nicht berücksichtigt, kann man durchaus zu einem solchen Schluss kommen; verwirrend sind die Zusammenhänge auf den ersten Blick aber zweifellos.

Fontane hat allerdings sehr viel mit dem Mittel der Vorausdeutung gearbeitet und vieles symbolisch dargestellt. Mehrmals lässt er Crampas als Verführer dastehen (Bsp.: siehe Aufg. 2) und auch das Thema Ehebruch wird, bevor dieser überhaupt stattfindet, innerhalb des Romans von den handelnden Personen diskutiert bzw. angesprochen (vgl. S. 84, Z. 14-20: Chinesenspuk).

Wie schon in der Hausaufgabe vom 13.12.00 geschildert wurde, liegen die Gründe für Fontanes Vorgehen einerseits darin, dem Leser einen intensiveren und besseren Bezug zu den Figuren zu liefern. Zum anderen soll durch die Vorausdeutungen, die meist keine Details beinhalten, Spannung erzeugt und Neugier erweckt werden. Letztendlich regt es den Leser an, sich mehr mit dem Inhalt des Romans auseinander zusetzen.

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