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Schule > DeutschGedichte > Interpretation: "1940" (Bertolt Brecht)   

  Interpretation: "1940" (Bertolt Brecht)  

Verfasst von Oliver Kuna am 01.01.1999
Besucher-Urteil: Note 1,8 (Skala: 1-6)
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Aus den Bücherhallen
Treten die Schlächter.

Die Kinder an sich drückend
Stehen die Mütter und durchforschen entgeistert
den Himmel nach den Erfindungen der Gelehrten.



Das Gedicht "1940" stammt von Bertolt Brecht, der es nach der Zeit benannte, in der er es schrieb. Schon beim Lesen der Überschrift merkt der Leser gleich, aus welcher Zeit das Gedicht stammt, nämlich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Das Gedicht wirkt zunächst kritisch und widersprüchlich ("Bücherhallen" und "Schlächter"), bei mehrfachem Lesen lassen sich jedoch eindeutig die Aussage und das Thema bestimmen.

In der ersten Strophe treten zwei Sprachbilder auf: Die "Bücherhallen" sind ein bildloses Bild, die in diesem Zusammenhang auch Bücherhallen (oder Bibliotheken) darstellen. Die gesamte erste Strophe ("Aus den Bücherhallen treten die Schlächter") stellt das zweite Sprachbild, eine Metapher dar. Die "Schlächter" sind die "Gelehrten" aus der zweiten Strophe, da "Bücherhallen" oft mit Gelehrten, Gebildeten oder Wissenschaftlern in Verbindung gebracht werden. Nun stellt sich dem Leser die Frage, warum Brecht die Wissenschaftler als "Schlächter" bezeichnet. Die Antwort auf diese Frage bekommt man, wenn man die zweite Strophe genauer analysiert.
Dort drücken die Mütter ihre Kinder an sich, was man als ein Zeichen der Angst verstehen kann. Gleichzeitig "durchforschen (sie) entgeistert den Himmel nach den Erfindungen der Gelehrten". Wenn man nun an die Überschrift "1940" denkt - und damit automatisch an den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) - können die "Erfindungen der Gelehrten" nur die im 2. Weltkrieg eingesetzten Kampfflugzeuge und Zeppeline sein, die Bomben auf die Bevölkerung abwarfen.
Die Gesamtstruktur des Gedichts lässt sich als dialektische Struktur bestimmen, da in der ersten Strophe ein Widerspruch zwischen den "Bücherhallen" (These) und den "Schlächtern" (Antithese) aufgebaut wird. Dieser Gegensatz wird, wie es für eine dialektische Struktur typisch ist, am Ende des Gedichts aufgehoben. Dies geschieht durch die Nennung der "Gelehrten".
Die Bevölkerung gab den Erfindern der Kriegswaffen die (Teil-)Schuld am Krieg, was durch das Motiv "... durchforschen entgeistert..." deutlich wird. Auch Brecht schließt sich der Kritik an den Wissenschaftlern an, indem er sie als "Schlächter bezeichnet". Als Motive lassen sich klar Angst ("die Kinder an sich drückend") und die "Erfindungen der Gelehrten" bestimmen.

Diese Motive lassen sich zu einem Thema vereinen: der Kritik an den Erfindungen der Wissenschaft, die zu Kriegszwecken erfunden wurden und große Teile der Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg vernichteten. Brecht versucht mit seinem Gedicht auf provokative Art und Weise dem Leser deutlich zu machen, dass die Wissenschaft in ihren Erfindungen zunächst nur Vorteile sieht, und durch die Entdeckung neuer Techniken nicht die Gefahr sieht, dass ihre Erfindungen dazu benutzt werden, um Kriege zu führen und Menschen zu töten.

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