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Schule > DeutschParabeln > Interpretation: "Maßnahmen gegen die Gewalt" ...   

  Interpretation: "Maßnahmen gegen die Gewalt" (Bertolt Brecht)  

Verfasst von Oliver Kuna am 01.01.2000
Besucher-Urteil: Note 1,9 (Skala: 1-6)
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In der Parabel "Maßnahmen gegen die Gewalt" setzt Bertolt Brecht seine bekannte pseudonyme Figur Herrn Keuner ein. Herr Keuner hält als Professor einen Vortrag vor seinen Studenten, in dem er die Gewalt kritisiert. Als die personifizierte Gewalt ihn jedoch fragt, was er gesagt hat, antwortet er, er habe sich für die Gewalt ausgesprochen. Seinen Schülern, die ihn daraufhin nach seinem Rückgrat fragen, erklärt er, dass er länger als die Gewalt leben müsse und will ihnen sein Vorgehen anhand einer Parabel erklären.

Diese Binnenparabel stellt Keuners Verhalten, die Gewalt überlisten zu wollen, indem er sich ihr unterwirft, als positiv dar. Herr Egge, der sich in der Binnenparabel aus Angst vor Bestrafung dem Agenten unterwirft, ist scheinbar in der gleichen Lage wie Herr Keuner. Beide sprechen sich zwar gegen die Gewalt aus (Herr Keuner in seinem Vortrag, Herr Egge, indem er gelernt hat, nein zu sagen), in erster Linie denken sie aber an ihr eigenes Leben und wollen sich nicht zugunsten der Gesellschaft opfern.

Man kann Keuners Verhalten aber auch negativ deuten, und zwar insofern, dass er mit seiner Haltung an Glaubwürdigkeit vor seinen Schülern verliert. Außerdem ist er sich selbst nicht sicher, ob er mit seiner Meinung über die Gewalt richtig liegt oder nicht. Denn wenn er ernsthaftes Interesse daran hätte, sie zu vertreten, hätte er ein stärkeres Rückgrat und könnte sich gegen die Gewalt auflehnen.

Meiner Meinung nach hat Brecht diesen Text so verfasst, dass der Leser ihn nicht eindeutig interpretieren kann. Er stellt den Leser vor die Wahl, ob er Herrn Keuners Verhalten als richtig oder falsch beurteilen soll. Dadurch regt er den Leser zum Nachdenken an und fordert ihn dazu auf, sich in die Lage von Herrn Keuner und Herrn Egge hineinzuversetzen. Der Leser soll also selbst bestimmen, wie er sich verhalten würde. Aus beiden Verhaltensformen kann man eine Lehre formulieren:

Deutet man das Verhalten Keuners als positiv, sollte man sich nicht sinnlos für die Gesellschaft opfern, denn dann kann man schnell allein gelassen werden.

Bei einer negativen Deutung des Verhaltens sollte man an seiner Meinung festhalten und diese unter allen Umständen der Öffentlichkeit bekannt machen, damit sie und man selbst davon profitiert.

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