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  Vergleich dreier Gedichte: "Rondell" (Georg Trakl) / "Herbstlandschaft" (Karl Krolow) / "ohne Titel" (Chô-i)  

Verfasst von Katarina Hauschildt am 05.12.2006
Besucher-Urteil: Note 3,0 (Skala: 1-6)
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Im Folgenden werde ich die Gedichte „Rondell“ von Georg Trakl, „Herbstlandschaft“ von Karl Krolow und ein japanisches Gedicht ohne Titel von Chô-i interpretieren und vergleichen.

Das Gedicht „Rondell“ von Georg Trakl wirkt beim ersten Lesen eher negativ. Als Hauptpunkt wird das Thema Herbst beschrieben. Zu vergleichen wäre, ob die weiteren Gedichte sich auch mit eher negativen Eigenschaften des Herbstes beschäftigen oder positive Dinge beschreiben. Das Gedicht ist mit dem Reimschema ABBBA aufgebaut es handelt sich um einen identischen Reim, da die Verse, die sich reimen (ausgeschlossen Vers drei) mit dem gleichem Wort enden: Zeile 1+5 „Tage“ und Zeile 2+4 „Farben“. Eingeschlossen von diesen identischen Reimen ist der Vers drei, der mit dem Wort „starben“ endet und sich somit auch auf Vers zwei und vier reimt. Aus diesem Grund könnte man das Reimschema auch als eine Art umarmenden Reim bezeichnen. Es werden weibliche, klingende Reime verwendet. Die regelmäßigen vierhäbigen Jamben lassen das Gedicht sehr leicht wirken. Der erste und der letzte Vers ist identisch, leitet somit das Gedicht ein und schließt es auch wieder ab. Die Tatsache, dass das „Gold der Tage“ (V. 2+5) verflossen ist, wird dadurch in den Vordergrund gestellt. Ebenso sind Vers zwei und vier identisch. Daraus wäre zu schließen, dass durch die Wiederholung der Verse eine Verbindung zu der Überschrift „Rondell“ zu knüpfen ist. Der Begriff „Rondell“ beschreibt etwas im Kreis Angeordnetes, in diesem Fall sind es die wiederkehrenden Verse, die angeordnet sind wie ein „Rondell“. In Vers drei verdeutlicht Georg Trakl mit einer Personifizierung („Des Hirten sanfte Flöten starben“) wie dramatisch das Ende des Herbstes für ihn ist. Insgesamt wirkt das Gedicht sehr traurig und negativ.

Das Gedicht „Herbstlandschaft“ von Karl Krolow beschreibt sowohl die schönen als auch die traurigen Seiten des Herbstes. Es werden viele Eigenschaften des Herbstes genannt und beschrieben. Das Reimschema des Gedichtes ist ein Kreuzreim (ABAB). Krolow nennt typische Situationen im Herbst: „Das Laub des Ahorns glüht rot“ (V. 2), die Grillen gehen noch ihrer letzten Musik nach (V. 3+4) und der Wind weht stark (V. 9+10). Viele Vergleiche und Adjektive beschreiben die Umwelt. So wird zum Beispiel die herbstliche Wolke verglichen mit dem Vorüberziehen eines Schiffes (V. 4-6). Durch die Steigerung „trüber“ in Vers sieben wird die triste Situation nochmals betont. Eingeleitet und abgerundet wird das Gedicht mit neutralen Aspekten wie die Kartoffelsäcke (V. 1) und die Schneeberen unter den Füßen (V. 12). In den Versen vier bis neun werden hauptsächlich unschöne Tatsachen des Herbstes genannt und beschrieben. Wie die Überschrift schon sagt, beschreibt das Gedicht die Facetten der herbstlichen Landschaft. Einerseits geschieht dies sehr neutral bis positiv (V. 2: „Das Laub des Ahorns glüht rot.“), andererseits auch durchaus negativ.

Das japanische Gedicht von Chô-i besitzt in der deutschen Übersetzung keine Überschrift. Es ist ein Dreizeiler und weist kein Reimschema vor, dies kann aber auch der Fall sein, da es sich um eine Übersetzung handelt. Es werden ausschließlich pessimistische Ausdrücke und Verdeutlichungen verwendet. Die sonst so stabile Vogelscheuche, die jedem Wetter trotzt kann dem Sturm des Herbstes nicht stand halten.

Alle drei Gedichte behandeln das Thema Herbst, jedoch unterscheiden sie sich in der Wiedergabe der Eigenschaften des Herbstes. Keins der Gedichte liefert ausschließlich positive Aspekte, sie unterscheiden sich nur zwischen neutralen und negativen Gesichtspunkten. Georg Trakl verfasst sein Gedicht eher pessimistisch. Das „Gold der Tage“ (V. 1+5), welches eine durchaus positive Eigenschaft des Herbstes ist, ist nun verflossen. Die sanften Flöten des Hirten starben (V. 3) und die Farben Blau und Braun signalisieren auch eher eine triste Stimmung. Im Vergleich dazu schildert das Gedicht „Herbstlandschaft“ viele Facetten von positiv über neutral bis hin zu negativ. Das rote Glühen des Ahorns (V. 2) ist eine sehr schöne Eigenschaft, dahingegen ist es eher traurig, dass die herbstliche Wolke mit Schatten und Regengrau vorüberzieht (V. 5+6). Außerdem werden Dinge wie das Fallen der Eckern (V. 9+10) oder die „Kartoffelsäcke am Raine!“ ohne jegliche Wertung genannt. Insgesamt wirkt das ganze Gedicht nicht so trist wie das erste. Der Autor scheint einfach alle Dinge, die ihm in der Herbstlandschaft ins Auge fallen, zu verarbeiten. Das dritte Gedicht ist im Vergleich zu den ersten beiden sehr kurz und behandelt nur den Punkt des starken Sturmes. Als Verdeutlichung wird die sonst so wettertrotzende Vogelscheuche beschrieben, die dem Wind nicht mehr standhalten kann. Abschließend ist zu sagen, dass alle Gedichte das grobe Überthema Herbst behandeln, sich inhaltlich jedoch teilweise sehr differenzieren.

Mir persönlich hat das Gedicht „Herbstlandschaft“ von Karl Krowol am besten gefallen, da es viele Facetten beschreibt und sich nicht nur mit negativen Aspekten befasst. Mit dem japanischen Gedicht konnte ich wenig anfangen. Es passte eher nicht zu den anderen und fiel aus dem Rahmen. Daher fiel es mir auch schwer, es mit den anderen beiden zu vergleichen. Jedoch bin ich trotzdem der Meinung, dass alle drei Gedichte durchaus lesenswert sind.

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