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Schule > DeutschSonstiges > Ethische Positionen der Gegenwart und Zukunft   

  Ethische Positionen der Gegenwart und Zukunft  

Verfasst von Daniel Wagner am 12.02.2006
Besucher-Urteil: Note 1,6 (Skala: 1-6)
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Grundlagen einer neuen Berufsethik: Karl R. Popper

Sein Text basiert auf der Aussage von Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“
Und soll ein Leitfaden für alle „intellektuellen Berufe“ geben.

Er baut als erstes die Grundlagen (Prinzipien) einer Diskussion auf die unteranderem auch ethische Prinzipien sind:
1. Das Prinzip der Fehlbarkeit: Vielleicht hab ich Unrecht, und vielleicht hast du Recht. Aber wir können auch beide Unrecht haben.
2. Das Prinzip der vernünftigen Diskussion: Wir wollen versuchen, möglichst unpersönlich unsere Gründe für und wieder eine bestimmte, kritisierbare Theorie abzuwägen.
3. Das Prinzip der Annäherung an die Wahrheit: Durch eine Diskussion kommen wir fast immer der Wahrheit näher; und wir kommen zu einem besseren Verständnis; auch dann wenn wir nicht zu einer Einigung kommen.

Danach erklärt er die alte und seine neue Berufsethik:

Alte:
Wahrheit und Sicherheit zu besitzen und die Wahrheit, wenn möglich, durch einen logischen Beweis zu sichern.
Der alte Imperativ für den Intellektuellen war: Sei eine Autorität! Wisse alles auf deinem Gebiet!
Wenn du eine Autorität geworden bist schütze sie und schütze auch die Autorität deiner Kollegen.
Fehler sind verboten. Ein Fehler ist absolut unerlaubt.

Nach Popper ist diese Berufsethik unredlich, denn sie führe zum Vertuschen von Fehlern, um der Autorität willen.

Neue:
1. Es gibt keine Autoritäten mehr.
2. Es ist unmöglich alle Fehler zu vermeiden.
3. Es bleibt unsere Aufgabe, Fehler nach Möglichkeit zu vermeiden.
4. Fehler in bewährten Theorien suchen. Die Entdeckung kann eine wichtige Errungenschaft sein.
5. Die Einstellung zu Fehlern muss geändert werden.
6. Von Fehlern muss gelernt werden.
7. Immer wachsam sein. Und gefundene Fehler analysieren und einprägen.
8. Die selbstkritische Haltung und die Aufrichtigkeit werden zur Pflicht.
9. Dankbare Annahme von der Hilfe anderer die uns auf einen Fehler aufmerksam gemacht haben.
10. Wir brauchen andere Menschen zur Entdeckung und Korrektur von Fehlern (und sie uns).
11. Kritik durch andere ist eine Notwendigkeit.
12. Rationale Kritik muss immer spezifisch und unpersönlich sein.


Erkenntnis und Verantwortung: Heinz von Foerster

Foerster belehrt uns zweierlei Dinge. Zum einen erklärt er uns die Verantwortungslosigkeit von Vertretern des Objektivitätspostulat und zum anderen beschreibt er entscheidbare und unentscheidbare Fragen.

1.) „Objektivität ist die Wahnvorstellung, Beobachtung könne ohne Beobachter gemacht werden. Die Berufung auf Objektivität ist die Verweigerung der Verantwortung – daher auch ihre Beliebtheit.“

Objektiv bedeutet, dass etwas völlig neutral, frei von persönlichen Einflüssen, individuellen Geschmack und besonderen Eigenschaften eines Menschen beobachtet wird. Somit herrscht zwischen Beobachtetem und Beobachter kein bindendes Glied, bzw. keine Beziehung. Aber zum einen kann ein Mensch nicht völlig unabhängig von eigener Meinung etwas klassifizieren, denn sieht er es durch seine Augen, und vergleicht und beurteilt es mit seinem Wissen, was sich aus eigenen Erfahrungen und selbst gelernten entwickelte. Des weiteren bemängelt Foerster an dem Objektivitätspostulat, dass man es hauptsächlich verwendet um nicht seine eigene Meinung über etwas zu Bilden, bzw. sie zu nennen und sich somit aller Verantwortung entzieht. Ihm persönlich ist die Aussage einer eigenen Meinung, eines, wie er es bezeichnet, mitfühlenden Menschen lieber. Aber ist er nicht gewillt zu sagen, ob eine der beiden Aussagen die Wahre und die andere die Falsche sei. Dies gehört zu den sogenannten unentscheidbaren Fragen, was zum 2. Punkt seiner Aussage führt.

2.) „Aber nur die Frage, so lautet mein metaphysisches1 Postulat2, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden.“

Es gibt nach Foerster zwei unterschiedliche Art von Fragen, die Entscheidbaren, welche mit eindeutiger Sicherheit, innerhalb unseres Wissens, gesagt werden können, so wie das 1+1=2 ist. Die anderen Fragen sind metaphysische Fragen, die sogenannten Unentscheidbaren. Dies sind Fragen wie „Gibt es einen Gott?“ oder „Was ist der Sinn des Lebens?“. Sie müssen von jedem Individuum selbst beantwortet werden und auf verantwortlicher Basis mit seiner Umwelt umgesetzt werden.




1) Metaphysik: philosophische Disziplin die das hinterfragen der sinnlich erfahrbaren, natürlichen Welt Liegende und somit die letzten Gründe des Seins behandelt.
2) Postulat: Forderung, nicht beweisbare Annahme

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